Fotos Japanisches Abendpfauenauge (Smerinthus planus)
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Verbreitung:
Die Art ist der östliche Vertreter des Abendpfauenauges und ist von  Japan westwärts bis nach Zentralasien weit verbreitet. Starke Populationen wurden neben Japan vor allem in der Mongolei, im Nordosten Chinas, Zentralchina, Russland (Ostsibirien  und Amurgebiet) und in Korea  nachgewiesen.
Flugzeit:
Abhängig vom Habitat fliegen die Falter in ein bis zwei Generationen von Mai bis in den Oktober hinein. In den nördlichen Verbreitungsgebieten, wo nur eine Generation im Jahr ausgebildet wird, endet die Flugzeit bereits im Juni.
Futterpflanzen der Raupen:
Die Raupen von Smerinthus planus  leben polyphag, ernähren sich aber in erster Linie von breitblättrigen Vertretern der Gattung Salix.  Neben Salix caprea (Salweide), wird aber auch Salix viminalis (Korbweide),  und Salix cinera (Grauweide) gerne angenommen. In einigen Gegenden ihres Verbreitungsgebietes fressen die Raupen auch an Populus nigra (Schwarzpappel) und anderen Pappelarten.
Überwinterung/Verpuppung:
Die Verpuppung erfolgt in einer, in etwa 15 cm Tiefe angelegten, Erdhöhle in der Nähe der Futterpflanze. Smerinthus planus überwintert als Puppe.
Besonderheiten:
Durch die nahe Verwandtschaft mit dem europäischen Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata), findet bei freigelassenen Tieren aus Zuchten, eine Hybridisierung statt. Die Tiere folgen den Pheromonspuren der jeweils anderen Art, und paaren sich ohne Probleme. Während die unter Zuchtbedingungen oft gewünschte Hybridpaarung bei gefangenen Tieren kein Problem für Fauna und Umwelt darstellt, können Hybriden in der freien Wildbahn, vor allem wegen der fehlenden Fertilität der Nachkommen eine Population negativ beeinflussen und schwächen. Es ist daher, wie übrigens bei allen nicht heimischen Arten, nicht zu verantworten, gezüchtete  Tiere in die Freiheit zu entlassen.
Tipps zum Anlocken und zur Beobachtung:
Die Falter lassen sich leicht durch Licht anlocken, und sind nicht selten abends und am Morgen unter Stellen mit nächtlicher Beleuchtung anzutreffen. Grundsätzlich erfolgt der Anflug  der Falter erst später am Abend und in der Nacht.  Sucht man hingegen nach den Präimaginalstadien, empfiehlt es sich ein großes weises Tuch unter einzeln stehenden Sträuchern und Bäumen auszubreiten, und danach die Äste kräftig zu schütteln. Auch kann mittels Klopfschirm gearbeitet werden. Die Tiere lassen sich dann meist einfach fallen, oder fallen mit samt den Blättern auf denen sie sitzen zu Boden. An kleineren Büschen kann man aber auch nach den typischen Fraßspuren, vor allem der jüngeren Raupen Ausschau halten. Deren charakteristische Fraßspuren (das Stehenlassen der Mittelrippe, auf der die Raupen bis etwa L4 gerne sitzen) verraten die Anwesenheit der Tiere. 
 
..Zucht
 
Zuchtbericht | Zuchtanleitung
Text: Michael Frank
 

Tipps zur Paarung:

 

Die Zucht des Japanischen Abendpfauenauges ist bei Beachtung einiger Grundregeln ohne größere Schwierigkeiten möglich. Da die Falter auf Grund ihrer verkümmerten Mundwerkzeuge keine Nahrung zu sich nehmen können, entfällt die Fütterung der Tiere. Es ist allerdings zu beachten, dass die Art sehr kurzlebig ist, und der Schlupf daher wenn möglich synchronisiert werden sollte.  Auch sollte für die Falter genügend Platz zur Verfügung stehen, da vor allem die Männchen oft sehr lebhaft sein können, und sich bei zu kleinen Behältnissen sehr stark abfliegen. Die Paarung selbst stellt keine hohen Anforderungen. Meist erfolgt diese schon kurz nachdem ein Weibchen in den Flugkäfig verbracht wurde.

 

Tipps zur Eiablage:

 

Nach erfolgreicher Kopula beginnen die Tiere bereits nach kurzer Zeit mit der Eiablage. Dazu ist es von Vorteil eingetopfte Raupenfutterpflanzen in den Zuchtbehälter zu stellen, wenn dies nicht bereits zur Förderung des Kopulationstriebes geschehen ist. Ist keine eingetopfte Pflanze vorhanden,  stellt das aber keine wirklichen Probleme dar. Die Weibchen legen ihre Eier auch an Wände und Verstrebungen im Zuchtbehälter ab. Diese lassen sich danach leicht ablösen, und entlassen bei entsprechender Lagerung bereits nach wenigen Tagen die Eiraupen.  Bei niedrigeren Temperaturen verzögert sich der Schlupf um einige Tage, was vor allem bei Eiern die versandt werden sollen, von Vorteil sein kann.

 

Tipps zur Raupenzucht:

 

Um der Gefahr von Darminfektionen und somit dem Scheitern der Zucht vorzubeugen, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Raupen dieser Art äußert empfindlich auf auch nur leicht von Rostpilzen und Mehltau befallene Blätter reagieren. Vor allem in feuchten Gegenden und Jahren kann dies schon relativ bald nach dem Laubaustrieb der Fall sein.  Raupen, die mit befallenen Blättern gezüchtet werden verenden meist sehr bald. Der Befall selbst lässt sich vor allem in den frühen Stadien mit freiem Auge nur schwer, und nur von erfahrenen Züchtern sicher erkennen, weshalb eher Blätter von nicht zu schattigen und eher trockenen Standorten verfüttert werden sollten. 

 

Tipps zur Puppenhaltung:

 

Zur Verpuppung benötigen die Raupen eine mindestens 10 bis 15 cm hohe Schicht aus lockerer Erde oder ähnlichem im Zuchtbehälter, in  dem sich die Tiere dann bei warmer, trockener Lagerung innerhalb weniger Tage verpuppen. Wird die unmittelbare Weiterzucht angestrebt, kann man die Puppen nach der Aushärtung  wieder gemeinsam im Schlupfkäfig lagern. Unter diesen Bedingungen schlüpfen nach etwa drei Wochen bereits die Falter der nächsten Generation. Soll jedoch die Weiterzucht erst im nächsten Frühjahr erfolgen, müssen die Puppen in Diapause geschickt werden. Dies erreicht man in kühleren Gegenden am einfachsten mit der Lagerung unter Freilandbedingungen. Dabei ist zu beachten, dass die Überwinterung an einer schattigen, geschützten Stelle durchgeführt werden sollte, und die Puppen entsprechend gegen Fraßfeinde  wie Mäuse gesichert werden müssen. Alternativ kann man die Überwinterung aber auch im Kühlschrank durchführen, indem man die Puppen in einer Styroporbox langsam auf ca. 5 - 7°C abkühlt. Eine anschließende Lagerung in relativ trockener Atmosphäre wird empfohlen. Sobald in der Natur wieder ausreichend Futterpflanzen zur Verfügung stehen,  kann man die Puppen langsam (wieder in der Styroporschachtel) über mehrere Tage schrittweise erwärmen. Nach wenigen Wochen bei Temperaturen ab 15°C schlüpfen dann die Falter.
 
..Bilder
 
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